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Claus: Wie alles begann...

 

Bei Tarkett Sommer fing alles an...

Vor drei Jahren hatte alles ganz unscheinbar begonnen. Als frisch Diplomierter Betriebswirt begann ich als Inhouse Consultant bei der Tarkett Sommer AG. Drei Monate bevor ich meine Arbeit aufnahm, hatte im Vertrieb ein Mädchen mit blonden langen Haaren begonnen, das ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht kannte. Unsere Aufgabengebiete überschnitten sich wenig, so ging ich voll und ganz in der Konzeption und Einführung von Teamarbeit und der Geschäftsprozessoptimierung und Irene war mit dem Vertrieb von Folien und aller Art Bodenbelege nach Russland und Frankreich beschäftigt. Die einzigen Berührungspunkte waren in den ersten Monaten die Kantine (wie immer gaffen die Männer den hübschen Frauen hinterher und lechzen in Abhängigkeit der Rocklänge mal mehr oder weniger), als auch der ewige Konfliktherd zwischen Produktion und Vertrieb, Irenes Kampf für Ihre Kunden und die Leute der Produktion für Ihre Möglichkeiten, wobei die Schlichtungsrolle immer mir zukam.  Beim pflegen des Geburtstagskalenders stieß ich auf Irenes Geburtsdatum und trug es sofort mit Erinnerungsfunktion in die Datenbank ein.  An Ihrem Geburtstag bekam die hübsche Blonde aus dem Vertrieb gleich morgens ein E-Mail von mir mit den allerbesten Grüßen und Wünschen. Gespannt auf die Reaktion passierte den ganzen Tag nichts. Ob meine Freunde in der Produktion mit ihren Vorurteilen einmal mehr recht behielten? Nein, nein, nein, am späten Nachmittag kam ein Mail zurück, dessen Inhalt ich nicht mehr so genau weiß. Danach hörten wir länger nichts mehr von einander. 

Als meine Assistentin für drei Wochen in den Karibikurlaub ging, wurde von der Geschäftsleitung Irene als Urlaubsvertretung ernannt. In diesen Tagen lernte ich diese "sagenumwobene lichte Gestalt" im Vertrieb besser kennen.  Anfänglich beschränkte sich unsere Konversation auf die wesentlichen Tagesgeschäfte - Post, Anrufe, Kekse für Meetings richten, Terminvereinbarung und -verfolgung. Auch wenn die meisten Kollegen und Freunde von mir in der Firma Sie als kühl, schnippisch und arrogant, wie alle im 4. Obergeschoss bezeichneten, so fand ich sie überaus interessant, witzig und durchaus als willkommene Abwechslung zur Männerdomäne in der Produktion. Ab dieser Stunde begannen wir uns erst zaghaft, dann unermüdlich E-Mails hin und her zu schreiben. In der Kantine schlug das Herz bis ich weiß nicht wo, denn keiner sollte wissen, dass wir einander E-Mails schrieben... Schließlich kam Irene nicht nachvollziehbar in der  Meinung meiner Freunde (die sogenannte Kaffee-Mafia der Produktion) nicht so weg. Das ganze ging solange Tag für Tag weiter, bis wir uns per E-Mail für nach der Arbeit auf einen Kaffee verabredeten. Eigentlich war die Verabredung ein Kommunikationsfehler, denn ich sprach von "irgendwann einmal" Irene verstand "sofort, heute Abend". Auf jeden Fall fuhren wir ins Flic Flac tranken Tee bzw. Kaffee und redeten über Gott und die Welt. Eigentlich dachte ich eher daran Irene nach dem Tee nach Hause zu fahren und dann zu Hause noch das Championsleage Spiel mir anzusehen. Die Gespräche waren so fesselnd, dass wir in eine weitere Lieblingskneipe von mir gingen (ich wusste damals noch nicht, dass Irene nur eine Strasse weiter wohnt), wo wir dann bis zum Kneipenschluss versackten. Als ich Sie dann "um die Ecke nach Haus brachte" wünschte ich ihr eine gute Nacht und dann... ja dann schaute sie mich mit großen Augen an... und dann konnte ich nicht mehr anders, als sie zu küssen.

Noch beim Heimfahren, dachte ich darüber nach wie es morgen in der Firma sein wird, was mache ich da... Keine Spur von Müdigkeit steckte nach diesem Langen Tag in meinen Knochen, ich war hell wach und mein Herz schlug wie verrückt. Am nächsten Morgen in der Firma beschlossen wir keinem etwas von unserer Beziehung zu erzählen. So schmachteten wir uns auf den Gängen hinterher, trafen uns heimlich in meinem Büro (zum Glück lag das in einem anderen Gebäudeteil) oder in verwinkelten Ecken der Fabrik und genossen die Freude am Versteckspiel. Da wir beide die Firma verlassen wollten taten wir gut daran, unsere Beziehung die letzten Monate für uns zu behalten. Unsere Kollegen mit Blindheit beschlagen, keiner merkte etwas, trotz der Tatsache, dass wir morgens gemeinsam kamen, Abends zusammen gingen. Irene meine komplette Büroausstattung bekam, als ich das Unternehmen einige Wochen vor ihr verließ... Als wir dann unser Geheimnis lüfteten brachen alle Dämme der Fassungslosigkeit. Schließlich versöhnten sich bei ultimativen Grillfest die Kaffee-Mafia mit der Vertriebsblondine und seit dem sind wir alle eine richtige verschworene Mafiafamilie.

Einen Nachtrag zu dem Thema E-Mails sollte ich vielleicht noch machen. Irene hat die E-Mails, die ich ihr schrieb ausgedruckt. Der Leitzordner ist voll!

Einen besonderer Gruß gilt an dieser Stelle unseren lieben Kollegen:

Norbert und seine Frau Irene Kohm

Roger Hahn (auch Gockel genannt) und Freundin Annette (Christbaumladi)

Klaus Pawlik

Ingo und Edith Scholl

Jürgen Ehrhardt, Anja und Kinder

Jürgen Brüggemann und Frau Anja

Anja Sauerbrunn

Gisela Krebs (Renolit-Mutti von Irene)

Marcel Pinnschmidt

Ralf Höner

Michael Revesz (BonT)

Wilhelm Beckers

Ute Thielert

 

                                          irene+claus@engellernenfliegen.de