...da unser Verliebtsein von Anfang an eine gewisse Ernsthaftigkeit in sich
barg, thematisierten wir alles, was im weitesten Sinne etwas mit
"Heiraten" und "Ehe" zu tun hat sehr häufig, zugegen
meistens scherzhaft oder foppend, in unseren Alltagsgesprächen. Irene ließ
keinen Zweifel daran, dass sie einen romantischen und nicht einfach so
dahergesagten Heiratsantrag erwartete. Dies nahm mich meinerseits gehörig in
die Pflicht...
Welche Frau gibt sich mit einem "Ich denke wir
sollten heiraten..." zufrieden?! Zugegeben, ich habe meine Erwartungen
recht hart artikuliert, Clausi damit aber durchaus nicht überfordert.
Die Planung des Ereignisses "Heiratsantrag" begann eigentlich schon
im Herbst 2000. Damals dachte ich noch gar nicht ans Heiraten. Allerdings lag
mir Irene ständig in den Ohren, dass ich mit meinen Kunden nur in den
allerfeinsten Hotels residiere und mit ihr im gemeinsamen Urlaub auf den
Zeltplatz Campen ginge... (das saß!). Ich brachte meinen Account beim European
Carstel Service ins Spiel, rief dort an und erkundigte mich nach einem
romantischen Wochenende für zwei Personen... Das mir offerierte Angebot
erschien mir genial und so schmiedete ich den Plan, meinen Engel mit einem
Überraschungswochenende zu beglücken. Das nächste freie Wochenende das sich
uns anbot war zwar erst im Februar in Sicht, aber somit konnte die
Spannung bis ins Unermessliche steigen. Irene bekam den Auftrag von mir, dieses
Wochenende in ihrem Kalender als Überraschungswochenende zu reservieren. Auf
die Frage, was die Überraschung sei und wohin wir gehen oder fahren würden,
gab ich ihr das Buch "Götz von Berlichingen" von Goethe zu lesen und
die Richtungsangabe 'wir fahren nach Osten '.
... die Geheimnistuerei und auch noch das Wochenende an
dem meine Schwester ihren Geburtstag feiert, wir eine Einladung von Kollegen
hatten, dies trug nicht unbedingt zu meiner Hochstimmung bei. Sicherlich ist so
etwas romantisch, jedoch nicht unbedingt wenn man Claus ständig dabei
beobachtet, wie er hektisch und aufgeregt durch die Räume wandelt und auf jede
Frage nur ein verheißungsvolles Lächeln übrig hat, das braucht Nerven.
So beginn die heiße Phase des Wartens, bis endlich der Tag der Abreise
gekommen war. Ziel und Inhalt der Reise war Irene immer noch ein Rätsel. Hätte
sie mal besser den "Götz..." gelesen... Ich half ihr beim packen,
etwas praktisches für die Fahrt, was bequemes zum Wandern und etwas piek feines
für den Abend. Dann ging es los...
Ich packte meinen Koffer, da war schon so ein Gefühl
da, dass ich gerade verschleppt werde, ohne zu wissen warum und wohin. Aber es
war ja absolut spannend, ich war nur froh, dass ich keine Augenbinde tragen
musste. Dann wäre mir sicherlich das fiebrige auf- und ab-rutschen von Claus im
Autositz entgangen und müsste mich nur auf die verheißungsvollen Hinweise
verlassen, die sicherlich so gedacht waren, dass sie mich mehr verwirrten und
eher auf- als weiter- brachten.
...wir fuhren über die Autobahn nach Heidelberg - das Neckartal Richtung
Mosbach - hinter Mosbach am Ortsschild Neckarzimmern, bemerkte ich "Hey
Schatz, da sind wir!"
AHA, mehr konnte ich dazu nicht sagen, denn mein Westerwälder,
ödes Heimatdorf hat da ja mehr zu bieten...!

Wir fuhren durch das kleine, nicht sehr ansehnliche "Kaff" hindurch
und am Ortsausgang bogen wir links auf eine sehr steil ansteigende Strasse ab.
Ich zeigt nach vorne, und sagte "dorthin" - wenige Augenblicke später
fuhren wir mit dem Auto in den Burghof der Burg Hornberg und parkten. An der
Hotelrezeption bekamen wir unsere Zimmerschlüssel und wurden vom Personal in
eine Suit "Die Minnenstube" im alt ritterlichen Gemäuer
geführt.
Es war einfach überwältigend, nach einer Kurve stand
sie da "Unsere Burg". Ich konnte es einfach nicht fassen. Das Abiente,
die Zimmer und die Weinhandlung im Hof, alles passte zusammen und war einfach
perfekt.
Der Nachmittag des Überraschungswochenendes gestaltete sich in einer
ausführlichen Burgbesichtigung und dem Genießen des traumhaften Wetters. Müde
von der vielen frischen Luft hätten wir dann fast den Höhepunkt des Abend
verpasst. Wir legten die festliche Gardarobe an und bevor wir uns zum Abendmahl
begaben richtete ich die Worte meines Heiratsantrags im ritterlichen Erker
unserer Gemächer an Irene.
Nachdem wir unseren Fotoapparat dazu gebracht haben
doch doch ein paar Bildchen zu machen, haben wir die Burg erkundet. Danach
hätte ich am liebsten alles verschlafen, ich hatte keinen blassen Schimmer, was
auf mich zukam. Viele würden sagen, dass es offensichtlich wäre, doch ich habe
es nun ganz und gar nicht erwartet, daher auch meine zaghafte Nachfrage
"war das ein Heiratsantrag?"
Zur Feier des "JA's" von Irene gab es dann ein Candle-light Dinner
im Panoramarestaurant der Burg.
Es war einfach ein Traum, die Aussicht, das Essen, der
festliche Rahmen, hier zum mitfühlen unsere Menükarte:
Lachsparfait mit
Joghurt-Kaviar-Soße
Salat von jungem
Löwenzahn mit Blutorangenfilets umlegt mit gebratenen Gambas und St.
Jakobsmuscheln
Rehessenz mit
Morcheklöschen
Barbarie
Entenbrust rosa gebraten angerichtet auf Blattspinat an einer Morchelrahmsauce
dazu Pommes dauphine
Parfait von
Amarenakirschen mit Scholokadenmantel auf einer Topfensauce mit einem
Beerenallerlei
Dazu Clausis strahlende Augen, ganz ohne Worte.....
Nach einer ritterlichen Nacht und einem zünftigen Frühstücksbuffet mit
allem, was das Herz begehrt, fuhren wir den Neckar in Richtung Heilbronn entlang
und besuchten die Burgen und schließlich Bad Wimpfen.
So ging unser absolutes Traumwochenende zu ende, es
wird sicherlich noch ganz lange in unserer Erinnerung bleiben.
Tipp,
als die Moral von der Rittersg'schicht:
Tja
liebe Männer, da werdet ihr hart zu kämpfen haben, um euere Frauen jetzt
zufrieden zu stellen, hm?!