Zurück Home Weiter

Irene: Wie alles begann...

 

Oft habe ich diese Statistiken gelesen, wo angeblich der größte Teil der Menschheit seinen Partner auf der Arbeit gefunden haben soll....
Auf mich konnte das ja niemals zutreffen...! 

    Und doch, es kam diese Mail, an meinem Geburtstag, wo ein gewisser Claus Heberling, den ich nicht einmal kannte, mir gratuliert hatte. Lange habe ich gegrübelt und dann am späten Nachmittag doch geantwortet. Gesehen haben wir uns schon hier und da, das immer strahlende Gesicht mit dem Namen Hr. Heberling in Verbindung zu bringen fiel mir schwer. Bei den ersten Mails ist es dann eine längere Zeit geblieben, doch als ich im Vorzimmer der Geschäftsführer saß, kamen wir zwangsläufig in Kontakt, erst nur die Fragen nach der Post und nach der Terminplanung und dann wurden ein paar Mails ausgetauscht, und dann ein paar mehr und irgendwann saß ich fiebernd vor dem Bildschirm und habe voller Ungeduld auf die nächste Antwort gewartet. Wer er eigentlich ist und was hinter dem smartem Lächeln steckt, erfuhr ich eigentlich nur an dem besagtem Tag, als unsere Mails bereits zu unserem Alltag gehörten. Wie es zu dem Missverständnis kam, weiß ich nicht genau, jedenfalls trafen wir uns nach der Arbeit, um dann, was keiner von uns erwartet hatte, bis tief in die Nacht in Gesprächen zu versinken. Nach diesem Abend haben sich unsere Wege nie wieder getrennt. 

Zitternde Knie und das flaue Gefühl im Bauch ist doch etwas für Teenager versuchte ich mir immer wieder einzureden, aber es wurde davon nicht weniger. Ich hatte Panik vor dem Gang in die Kantine und doch konnte ich es nicht lassen. Dann am Tisch, ein flüchtiger Blick genügte und meine Welt geriet aus den Bahnen. Es durfte ja keiner merken, denn das Getratsche über die anderen Kollegen hatten wir zwei noch in den Ohren. Es war eine wahnsinnig aufregende und nervenaufreibende Zeit, die heimlichen Treffen am Kopierer, die Besuche in seinem Büro (so oft haben meine Kollegen mich dort unten nie gesehen und sich doch nichts dabei gedacht), nur meine allerliebste Kollegin Gisela K. hat alles von Anfang an mitbekommen und hat mir sehr viel Mut gemacht. Auch meine beste Freundin Maike, war in dieser Zeit nicht zu beneiden, da ich ihr nur mit dem einen Thema in den Ohren lag.   

Er konnte toll küssen, man konnte sich mit ihm wirklich gut unterhalten, mein Herz kämpfte mit meinem Verstand, gegen die Frage: "Wie kann es nur sein, dass er noch zu haben ist, was ist der Hacken?!" Wie immer misstrauisch und doch bis über beide Ohren verliebt, habe ich eine ganze Zeit lang gebraucht, um mir über alles klar zu werden. Die Zeit verging wie im Flug, nur das erste Ich-liebe-Dich-Geständnis hat etwas länger gedauert, zu frisch waren die schmerzlichen Erlebnisse der Vergangenheit. Dieser Kerl hat es geschafft mir trotz allem den Kopf zu verdrehen, indem er mir abends Liebeslieder vorbrachte und bei unsere Spaziergängen meine verworrenen Gedanken verstand. Es gab einen Nachmittag wo wir ,nach einer Tour durch den Odenwald, bei McDonalds saßen und uns stundenlang unterhalten haben, ich glaube, es gibt nicht viele romantische Dinner, die damit hätten mithalten können. 

Es gab noch einige Steine und gleichzeitig Meilensteine auf unseren gemeinsamen Wegen und jetzt ist es fast unglaublich, dass wir kurz vor dem Altar stehen. Ich freue mich und habe fast das gleiche flaue Gefühl im Magen wie damals...

 

                                          irene+claus@engellernenfliegen.de